Thema: Symbiose zwischen Energie und Natur
Beschreibung: Solle eine Besuch:in aus unserer Welt das umliegende Land der Solarpunk-Stadt mit einem Fahrrad, Boot oder Zug durchqueren, wird sie sich etwas verunsichert fühlen. Wo sind die Monokulturen, die sich einst ausbreiteten so weit das Auge reicht? Und was machen diese ganzen PV-Anlagen hier? Und noch wichtiger: Wer hat die Schafe auf den Olivenhain gelassen?
Methoden der Agrarökologie haben zum großteil das Paradigma der industriellen Landwirtschaft des Spätstadiums abgelöst. Felder sind nicht länger „flache Fabriken“, um Ressourcen zu extrahieren, sondern voll-realisierte Ökosysteme, welche die Biodiversität und menschliche Gesundheit unterstützen. Konzepte wie Food Forest und Silvopastorale Systeme sind sehr beliebt, man spricht über sie in der Bar, so wie man einst über die Börsenkurse geplaudert hat. Die Anpassung ans Klima hat die Gewohnheiten der Landwirt:innen verändert: Pflanzen, die nicht mit dem heißeren, extremeren Klima zurechtkommen, wurden aufgegeben, während andere eingeführt wurden (Bananen von Apulien und Kaffee aus Sizilien sind nun ein alltäglicher Anblick).
Um ihre kostbaren Feldfrüchte vor der Sonne zu schützen, setzen manche Landwirt:innen Agri-Photovoltaik-Anlagen ein, installieren Panels zwischen Pflanzenreihen oder beschatten mit ihnen das ganze Feld. Manche dieser Überdeckungen haben interessante Formen: die PV-Panels sind in einem Halbkreis angeordnet. Beeren, Salatblätter, Zitrusfrüchte und Tee (aus Ligurien, wie das Pesto) sind so viel glücklicher, und ländliche Gemeinschaften sind so energetisch Autark ohne Natur oder Landwirtschaft dafür opfern zu müssen.
Jetzt wo Profit nicht mehr die wichtigste Entscheidungsgrundlage bildet, ist die Welt des Solarpunks voller kreativer und innovativer Lösungen.