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Lufthafen am frühen Morgen

Jacob Coffin
Photobash CC BY 4.0 Horizontal Luftschiff Fortbewegung Wüste
Lufthafen am frühen Morgen
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Autor
Jacob Coffin
Sci-fi writer with a passion for land conservation, reuse, and human rights not being rolled back.

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Ein weiterer Blick auf eine die eher industriellen Teile der Solarpunk-Zukunft. Dieses Bild ist inspiriert von den absolut gigantischen Bergen von Kleidung, die brandneu und unverkauft in die Atacama-Wüste in Chile gekippt wurden (https://www.aljazeera.com/gallery/2021/11/8/chiles-desert-dumping-ground-for-fast-fashion-leftovers). Für die Fast Fashion-Industrie unserer Gesellschaft und für unsere komplexen Lieferketten wird eine gewaltige Menge an Energie und Wasser verschwendet. Zusätzliche Energie wird verschwendet, um die Kleider zu verschicken und dann wird noch mehr davon aufgewendet, um sie in die Wüste zu fahren, wo sie die Landschaft und das Ökosystem mit ihren billigen, synthetischen Materialien ersticken.

Eines der übergreifenden Ziele dieser Serie ist eine Gesellschaft zu zeigen, die sich institutionell auf Wiederverwendung fokussiert, anstatt auf Ausbeutung und Produktion. Eine Gesellschaft, die weiter denkt als wir, die produziert was sie braucht, und gewissenhaft nachdenkt, wie sie ihre Produkte verwendet, wiederverwendet und einem neuen Zweck zuführt. Eine Gesellschaft, in der unsere weggeworfenen Produkte als eine natürliche Ressource betrachtet wird, die von den Leuten gesammelt und gehandelt werden, die an den tausendjährigen Aufräumarbeiten teilnehmen. Ich hoffe, dass die Fast Fashion-Industrie in dieser Welt schon lange tot ist, und dass die verbleibende Nachfrage nach diesen Produkten befriedet werden kann durch die absurden, unnötig hergestellten Rücklagen, die in der trockensten Wüste der Welt lagern.

Das bringt mich zu einem anderen Ziel von diesem Photobash. Ich will schon seit dieser Diskussion eine Szene mit Zeppelinen machen: https://slrpnk.net/post/3123093. Wahrscheinlich mache ich sogar ein paar. Trotz der geringen Anwendung hat die Entwicklung von Luftschiffen sich in den letzten hundert Jahren enorm weiterentwickelt. Verbesserte Materialien ermöglichen effektivere Formen, und verbesserte Motoren, Akkus und Computersysteme haben ihre Steuerung viel einfacher gemacht. Während ich über historische Zeppeline gelesen habe, wurde ich von den vielen Risiken beeindruckt, und besonders von der Landung – diese brauchte oft hunderte Männer als Bodenpersonal, die mit Muskelkraft das Ding auf den Boden zogen. Im Gegensatz dazu können moderne Zeppeline alleine landen.

Sie haben auch ein gutes Potenzial als geschlossener Kreislauf: Wenn man die Oberseite des Zeppelins mit Photovoltaik-Panels bedeckt, dann erhält man eine beträchtliche Erzeugungskapazität, besonders über den Wolken (PV-Anlagen arbeiten besser in der Kälte). Man könnte damit Elektromotoren antreiben und aus überschüssiger Energie Wasserstoff für Auftrieb und Treibstoff gewinnen. Dazu braucht es nur Wasser, das sich auch ausgezeichnet als Ballst eignet.

Helium ist eine weiter Möglichkeit, aber das ist eine begrenzte Ressource, wenn ich es richtig weiß, und benötigt Bohrungen für die Gewinnung.

Luftschiffe könnten einige richtig coole Möglichkeiten eröffnen: Sie haben zwar nicht die Geschwindigkeit von einem Flugzeug, aber sie haben eine größere Kapazität und geringeren Treibstoffverbrauch. Sie haben zwar nicht die riesigen Kapazitäten von Containerschiffen, aber sie sind schneller und verbrauchen weniger Treibstoff. Sie können auch überland fliegen, also können sie auch alle möglichen Orte erreichen, wo Schiffe nicht hinkönnen, und sie müssen keine großen Umwege, um Kontinente nehmen. Im Grunde könnten Containerschiffe zwar mehr transportieren, aber sie sind schlechter geeignet, um von Bosten nach Seattle zu fahren, und sie sind mies, um nach Kansas City zu gelangen. Außerdem kann ein Luftschiff als Kran fungieren, schwere Sachen wie Windräder oder Fertighäuser einfach über Hindernisse hinweg tragen, und zu Orten, wo Straßen und Züge einfach nicht hinkommen.

Was das Layout dieses Luftschiffhafens angeht habe ich beschlossen, dass moderne Zeppeline einfach auf dem Boden landen können. Das Freilegen und Bauen einer Landefläche ist schon umweltschädlich genug, sodass diese Gesellschaft weniger schädliche Ankermasten für wartende Schiffe vorziehen würden, und so nur genug Landeplätze für ihre Be- und Entladekapazitäten haben. Das habe ich definitiv nicht deshalb beschlossen weil Ankermasten so unglaublich cool sind, mit den Luftschiffen oben drauf, die sich nach dem Wind drehen. Oder weil die hässlichen Metalltürme die Themen verstärken, mit denen ich in letzter Zeit herumspiele, um zu zeigen, dass auch in einer ehrgeizigen Solarpunk-Zukunft Orte geben wird, wie nicht ästetisch sondern funktional sind, zweckmäßige Bauarten ergeben den meisten Sinn, und können eine Schönheit an sich sein.

Ich habe auch einen gigantischen Luftschiffhangar einbaut, weil ich dachte, dass auch ein kleiner Lufthafen wie dieser Kapazitäten zur Wartung von beschädigten Schiffen und als Schutzdach für schlechtes Wetter. Ich bin nicht sicher, wie gut sie die Vielzahl an vertäuten Schiffen bedienen könnten, aber hoffentlich schaffen sie es mit moderner Technologie. I stelle mir vor, dass die großen Lufthäfen bei Großstädten liegen, und dass diese Luftschiffe ihre Ladung bereits an ihren Orten abgeladen haben und hier sind, um hier Kleidung und Textilstoffe der alten Welt einsammeln.

Die Zeppeline selbst sind inspiriert von modernen Designs und Prototypen und haben Solarpanels verpasst bekommen. Ich bin besonders zufrieden mit dem Flying Whale rechts oben und dergleichen, welcher anscheinend wie ein Kran funktioniert und die Ladung selbst hochzieht, ohne zu landen.

Wenn diese Aufräumarbeiten beendet sind, können die Ankermasten und Gebäude teilweise abgebaut werden, und dann mit den Luftschiffen zum nächsten Ort transportiert werden. Hoffentlich werden nur die Fundamente der Türme und die Betonplatte zurückbleiben, mit einer Plakette auf der steht „An diesem Ort haben Unternehmen der alten Welt furchtbar gekleckert. Und Generation von Menschen haben hart gearbeitet, um es sauber zu machen“.