Ein Team von Architekt:innen und Bauingenieur:innen, das die Nachbarschaft zukunftssicher machen möchte, muss schwierige Entscheidungen treffen. Sie versuchen die verschiedenen Gefahren zu priorisieren, aber Effektivität und Barrierefreiheit ins Gleichgewicht zu bringen ist nicht einfach. Sie zwar sichergehen, dass ein Stadtteil nicht überschwemmt wird, aber dann müsste ein anderes Viertel warten.
Unbearbeitete Recherchenotizen #
Wieder geht es um Architektur und Infrastruktur, dieses Mal aus der Perspektive der Architek:innen. Das könnte ein prä-solarpunk oder solarpunk Unternehmen sein, eher reaktionär im alltäglichen Wahnsinn, oder eher als vorbildliches Vorgehen nach Jahrzehnten von bereits getroffenen Entscheidungen und daraus gewonnen Erkenntnissen.
Das ist KEIN Krisenreaktionsteam. Die Flut, die Hitzewille, der Hurrikan, die Katastrophen sind noch nicht passiert. Es geht darum sie weniger bedrohlich zu machen, nicht Leute jetzt gleich zu evakuieren.
- Die „Barrierefreiheit“ hier bedeutet dreierlei: Zugang eines gewöhnlichen Bürgers zur Infrastruktur (vielleicht ein Schutzraum?), Zugang von armen / weniger betuchten Einwohner:innen zu Schutz in ihrem Stadtteil, und natürlich Zugang von Menschen mit Behinderung zu Dingen die sie brauchen, weil schon eine kniehohe Flut Personen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, Probleme bereiten werden.
- Bedeutet das, Stadtteile aufzugeben und Zwangsumsiedlungen, oder schlimmer noch: Klima-Ghettos?
- Angenommen das Team hat Zugriff auf alle benötigten Daten, Wissenschaftler:innen, Meteorolog:innen und Stadtarchive: vor wie vielen verschiedenen Arten von Klimabedrohungen können sie uns beschützen? Was wird bei Hitzewellen helfen, bei Überschwemmungen, Hurrikans?
- Welche Kosten werden als zu hoch angesehen? Werden wir historische Orte zurücklassen, Plätze der Erinnerung? Sind wir okay mit der Zerstörung eines Flutungsschachts und der Überflutung eines Naturschutzgebiets, um die Einwohner:innen zu schützen?
- Wie kommt der Hintergrund der Teammitglieder zum tragen? Wer lebt bereits in einem „sicheren“, nachhaltigen Turm, strahlend vor Stolz und Selbstzufriedenheit, wer hängt an ihrem Familienhaus in der Vorstadt, wer kann es sich nicht leisten, ein gefährliches Gebäude zu verlassen, dass die nächste Katastrophe nicht überleben wird?
- Über was für eine Zeitspanne sprechen wir? Sind billige Maßnahmen in Ordnung, die nur ein Jahr halten, oder arbeiten wir für 5 Jahre, ein Jahrzehnt oder mehr?
- Wie kommunizieren wir mit der Bevölkerung, sodass wir nicht als Despot:innen wahrgenommen werden, die eine Gruppe einer anderen bevorzugt?
- Was, wenn wir versagen, was wenn wir uns auf eine Flut vorbereitet haben und eine unerwartete Hitzewelle uns überrollt und tausende Opfer kostet? Wie gehen die Teammitglieder mit der Schuld um? Nehmen sie sie auf sich, oder weisen sie sie von sich?
Ursprüngliche Notizen:
- Ein gutes Buch über soziale Infrastruktur und die Herausforderungen von Stadtplanung: https://www.goodreads.com/en/book/show/37707827 mit einem tl;dr hier: https://99percentinvisible.org/episode/palaces-for-the-people/
Quellen:
- https://reasonstobecheerful.world/waal-river-flooding-project/
- https://www.preventionweb.net/news/germany-2021-floods-10-recommendations-resilience
- https://www.bloomberg.com/news/features/2021-12-18/how-hamburg-learned-to-live-with-rising-water
- https://www.archdaily.com/993434/can-architecture-and-urban-planning-fight-back-against-climate-change hat ein paar Quellen, aber auch viele „fake“-Lösungen