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Die Reservist:innen

Paweł 'alxd' Ngei

Als eine Katastrophe geschieht sind mehrere Gemeinschaften völlig überfordert, aber eine Gruppe von Freunden wird in den Dienst der Ersthelfer:innen zurückgerufen. Seit dem Dienst hat jede einen anderen Lebensweg eingeschlagen, doch während sie sich an ihr Training erinnern – ihre Ausbildung zu Hochwasserschutz, Seuchen, Psychologie oder Funktechnik – finden sie zu neuer Einheit zurück. Sie treffen Neulinge, die direkt aus der allgemeinen Pflichtschulung herauskommen, aber können die Alten Hasen sich den Greenhorns öffnen und ihre Mentor:innen werden?

Unbearbeitete Recherchenotizen
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Mit der Idee vom Wehrdienst kommt eine Menge anderer Assoziationen: die Indoktrinierung des Militärs, der Nationalismus, die Zerstörung des Individualismus, die Diskriminierungen gegenüber queeren Personen, das Verstecken von sexueller Belästigung etc. Lasst uns das zur Kenntnis nehmen und anstatt das Militär komplett umzubauen (wie in Episode 11), lasst uns auf etwas anderes konzentrieren: das Leben nach dem Dienst.

Man stelle sich vor, dass nach dem Abi und vor der Uni, jede Person in unserer Gesellschaft durch 2 Jahre von Training und Klimadienst gehen muss. Das Geschlecht ist egal, oder ob du eine Behinderung hast: Alle werden einer Spezialisierung zugewiesen und lernen wie sie der Gemeinschaft und Gesellschaft auf eine Art und Weise helfen können. Sie könnten Ersthelfer:innen sein, oder Elektrotechniker:innen, Logistiker:innen, Erzieher:innen, Förster:innen, Hochwasserexpert:innen oder Koordinator:innen für Epidemien. Das ist nicht ihre berufliche Karrier – auch wenn sie diese natürlich danach ausrichten können – sondern sie sind die „Wehrdienstler“.

Das gibt Leuten ihre ersten Fähigkeiten, und gewährleistet gleichzeitig, dass jeder in einer bestimmten Region im Falle einer Katastrophe helfen kann. Wenn eine spezielle Hilfe gebraucht wird, werden die Personen mit der richtigen Expertise eingezogen, egal wo im Leben sie gerade sind – ob sie Friseur:innen Ingenieur:innen oder Politiker:innen sind.

Sie waren einmal alle gleich in ihrer Einheit, und sie werden einst wieder gleich sein, zusammen auf dem Hochwasserschutzdamm.

Es ist wichtig, dass diese Geschichte nicht WÄHREND ihres ersten Trainings und Dienst stattfinden (wie in Episode 11), sonder Jahre später, wenn die Leuten wieder mobilisiert werden.

Das gibt uns EINE MENGE in Form von Worldbuilding:

  • Jede Person hat eine ähnliche Erfahrung gemacht. Das gibt eine Freundesgruppe fürs Leben, mehr Empathie für Leute aus komplett anderen Lebenssituationen, und kann zu einer Art Tribalismus führen.
    • gibt es Sportmannschaften oder politische Fraktionen basierend auf diesen Dienstgruppen? Die Feuerwehr gegen die Funker?
  • Anstatt Patriotismus und Nationalismus indoktriniert zu bekommen, sollten unsere Wehrdienstler eine Verbindung im Lebenretten und im Helfen anderer finden. Sie bringen vielleicht viele verschiedene und auch widersprüchliche Ideologien mit, aber in ihrer Aufgabe sind sie verbunden.
  • Wie auch militärische Reservisten werden Reservist:innen jedes Jahr für ein Training eingezogen, vielleicht auch nur alle paar Jahre. Wenn sie damals keine Gruppe von Freunden geworden sind, dann werden sie es mit der Zeit werden.
  • Aber was im Falle eines Streits? Wenn Casey zu Tom sagt, dass sie ihn wirklich hasst, können sie unter dem Druck der Katastrophe zusammenarbeiten? Es muss für solche Fälle Abläufe geben!
  • Werden sie sich dafür entscheiden, nach dem Dienst nahe beieinander zu wohnen? Das könnte das soziale Netz wieder fragiler machen, denn die Wehrdienstler sollten ja möglichst aus jeder Region kommen!
  • In unserer Solarpunk-Welt wollen wir volle Transparenz, also kann sich niemand einen einfachen Dienst erkaufen. Jeder bekommen eine Spezialisierung zu zu den Fähigkeiten passt und alle werden gleich behandelt.
  • Wie sieht die Mobilisierung aus? Was wenn jemand krank oder schwanger ist, oder den Arbeitsplatz z.b. in einem Kraftwerk nicht aufgeben kann?
  • Und von der menschlichen Seite: Wie sieht da die Mobilisierung aus? Ist es ein Nervenkitzel wie „ich und meine Freunde retten ein paar Hintern?“

Auch wenn es hier viel zu erklären gibt, denke ich, dass die Geschichte selbst sehr spaßig und unterhaltsam ist, sowohl beim Schreiben als auch beim Lesen. Die Action, das Drama ist schon da, und das ganze Potential für „Flashbacks“ zum normalen Leben in der Solarpunk-Welt.

Verpflichtender Wehrdienst vs Volontäre
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Der Fokus hier könnte in beide Richtungen gehen und ich denke beide sind interessant. Das erste wäre ein verpflichtender Dienst etwas, das viele Leute nicht mögen werden, weil es zu Autoritär ist, während zweiteres nur Ehrenamt wäre, was annimmt, dass die Leute das notwendige Training selbstständig machen (etwa wie https://en.wikipedia.org/wiki/Icelandic_Association_for_Search_and_Rescue oder die Freiwillige Feuerwehr).

Das Herz dieser Geschichte sind die Leute, die ein normales Leben leben, bis sie zu Hilfe gerufen werden – und ihre soziale Dynamiken, weil es das ist, was die Geschichte zum Leben erweckt. Zu betonen wie Ehrenamt momentan funktioniert könnte den Zuhörer:innen dabei helfen, sich das ganze vorzustellen, aber ich glaube auch, dass es wichtig wäre sich diese große kulturelle Verschiebung vorzustellen, in der jeder diese Erfahrung im Dienst teilt.

Generationswechsel
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Ein interessanter Aspekt an dieser Geschichte wäre das erste Jahr / die erste Generation von Reservisten und wie fremd und unterdrückerisch der Dienst sich anfühlen könnte – das im Gegensatz zu der Kultur 20+ Jahre später, wenn es normalisiert ist, und jeder die Pflicht / Verantwortung des Dienstes kennt.

Autor
Pawel ‘alxd’ Ngei
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